75 Jahre Volkswagen: Start mit Kübelwagen und Kanarienvögeln 2013-06-21
Wenn heutzutage in der weltgrößten Autofabrik in Wolfsburg nagelneue Volkswagen vom Band rollen, ist wenige Meter über ihnen die bewegte Geschichte des Konzerns noch immer ganz nah. Ein Blick an die Hallendecke genügt. Dort, an manchen Stahlträgern, sind die Weltkriegsspuren noch vorhanden. Denn Bauelemente, die die Bomben halbwegs überstanden, kamen kurzerhand beim Wiederaufbau erneut zum Einsatz. 75 Jahre ist es mittlerweile her, dass Adolf Hitler zwischen Hannover und Magdeburg am Mittellandkanal den Grundstein der Volkswagenwerke legte. Ringsherum entstand Wolfsburg - heute Herz des drittgrößten Autobauers der Welt. Die Stadt feiert das Jubiläum groß. Vor VW verkaufen nur noch General Motors (GM) und Toyota mehr Wagen als Europas Branchenprimus, der spätestens 2018 Nummer 1 sein will. Bis dahin müssen die Japaner und der US-Konkurrent vom Thron. Zumindest der Vorsprung jenseits des Atlantiks hat eine Parallele, die mehr als 75 Jahre bis zu den VW-Anfängen zurückreicht. Die Nazis beauftragten damals Ferdinand Porsche (1875-1951) mit dem Projekt VW-Werk. Der Autokonstrukteur reiste Ende der 1930er in die Staaten, um sich unter anderem bei Ford die Massenfertigung abzuschauen. Denn selbst Hitler hatte eingeräumt, dass bei der Motorisierung "das deutsche Volk am meisten zurückgeblieben" sei.