

Eigenschaften und Kennzahlen von NdFeB-Magneten
Allgemeines zu Neodym-Magneten
Seit Mitte der 80er-Jahre sind Magnete auf der Basis von Neodym (Neodym Magnete) am Markt verfügbar. Dabei handelt es sich um ein Metall aus der Gruppe der "Seltenen Erden" mit der Ordnungszahl 60. Außer Neodym enthalten die Magnete Eisen und Bor (NdFeB, genauer: Nd2Fe14B). Die aktuell stärksten verfügbaren Dauermagnete werden durch Sintern von fein gemahlenem Pulver der Grundbestandteile unter Einwirkung eines Magnetfeldes hergestellt.
Für NdFeB-Magnete gibt es vielfältige Anwendungen in der Medizintechnik (Kernspin-Tomographen), beim Bau von Elektromotoren und -generatoren, in Lautprechern und Mikrofonen, in der Werkstatt zum Fixieren von Werkstücken und Gegenständen sowie in Büro und Haushalt. Neben den praktischen Anwendungen können die Neodym-Magnete auch zum Spielen, Experimentieren und zum Kreieren dekorativer Objekte eingesetzt werden.
Bei größeren Magneten müssen zur Vermeidung von Verletzungen und Sachschäden unbedingt die Warnhinweise beachtet werden.
Neodym Magnete bilden leicht eine dünne Korrosionsschicht. Daher werden sie meistens mit einer schützenden Beschichtung angeboten. Am gebräuchlichsten ist Nickel. Eine Übersicht über die verfügbaren Beschichtungen finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Materialkenngrößen der NdFeB-Magnete
Ein Neodym Magnet behält unter normalen Umständen seine magnetische Stärke fast unbegrenzt. Allerdings vertragen die "normalen" NdFeB Magnete keine allzu hohen Temperaturen. Oberhalb 80°C besteht die Gefahr, dass die Magnetisierung dauerhaft leidet. In den letzten Jahren wurde die Temperaturgrenze durch Zusatz von anderen "Seltenen Erden" nach oben verschoben. Die Stärke des Magnet, ausgedrückt durch das Energieprodukt in MGOe (MegaGauss * Oerstedt), sowie die Temperaturgrenze werden durch eine Materialkennung beschrieben. Sie besteht aus einer Zahl (die max. Energiedichte in MGOe) und einem voran- oder nachgestellten Buchstabencode für die maximale Temperatur. Der vorangestellte Buchstabe ‘N‘ steht für Neodym und wird häufig weggelassen. Fehlt ein nachgestellter Buchstabencode, so handelt es sich um den "normalen" Temperaturbereich. Die beiden nachfolgenden Tabellen zeigen die physikalischen Kenngrößen der Neodym-Magnetwerkstoffe.
Curie-Temperatur 310 ... 370 °C
maximale Betriebstemperatur 60 ... 230 °C
Temperaturkoeffizient der Remananz Br -0,0012 ... -0,0010 /K
Temperaturkoeffizient der Koerzitivfeldstärke iHc -0,006 /K
Wärmeleitfähigkeit ca. 8,5 W/(m·K)
spezifische Wärme ca. 440 J/(kg·K)
thermischer Ausdehnungskoeffizient ca. 5·10-6/K
Dichte 7,4 ... 7,5 g/cm³
Elastizitätsmodul ca. 160 kN/mm²
Biegefestigkeit ca. 250 N/mm²
Druckfestigkeit ca. 900 N/mm²
Vickers-Härte 560 ... 580
spezifischer elektischer Widerstand ca. 1,6 Ω·mm²/m
Oberflächenbeschichtungen für Neodym Magnete
Oberfläche Schichtaufbau Dicke/μm Farbe Widerstandsfähigkeit
Passivierung - 1 silbergrau vorübergehender Schutz
Nickel Ni+Ni
Ni+Cu+Ni 10 ... 20 silberfarben sehr gut gegen Feuchtigkeit
Zink Zn
C-Zn 8 ... 20 blau schimmernd
farbig schillernd gut gegen Salznebel
sehr gut gegen Salznebel
Zinn Ni+Cu+Sn 15 ... 20 silberfarben ausgezeichnet gegen Feuchtigkeit
Gold Ni+Cu+Au 10 ... 20 goldfarben ausgezeichnet gegen Feuchtigkeit
Kupfer Ni+Cu 10 ... 20 kupferfarben vorübergehender Schutz
Epoxidharz Epoxidharz
Ni+Cu+Epoxidh.
Zn+Epoxidharz 15 ... 25 schwarz, rot, grau sehr gut gegen Feuchtigkeit und Salznebel
Chemisch Ni 10 ... 20 silbergrau sehr gut gegen Feuchtigkeit und Salznebel
Parylene Parylene 5 ... 20 grau sehr gut gegen Feuchtigkeit und Salznebel, ausgezeichnet gegen Lösungsmittel, Gase, Säuren und Bakterien