

Neodym. (K)ein gutes Ding. Oder doch?
Unser Hausnachrichten- Artikel „Neodym-Magnet. (K)ein gutes Ding“, in dem wir dargelegt haben, weshalb wir unsere beliebten Neodym- Magnete wegen der problematischen Umstände seiner Gewinnung aus dem Sortiment genommen haben, hat Kreise gezogen – und zwar nicht nur extern in Form von Kundenreaktionen, sondern auch intern in einer spannenden und durchaus kontroversen Weiterbeschäftigung mit diesem komplexen Thema. Sollten wir nicht gar keine Produkte mehr mit Neodym- Bestandteilen verkaufen? Müssen wir nicht jeden Artikel auslisten, der Neodym enthält? Wir sind der Meinung, daß nicht. Denn von den Eigenschaften des Materials sind wir nach wie vor überzeugt. Und auch bei allgegenwärtigen Rohstoffen wie Stahl, Holz oder Baumwolle gibt es kritische Aspekte, die differenziert zu betrachten sind. Einige unserer schon jahrelang gelisteten Produkte enthalten Neodym (beispielsweise die Nabendynamos unserer Fahrräder oder unsere Messer- Magnetleisten), und wir entscheiden uns sogar bewußt für neue Produkte, in denen Neodym verarbeitet wurde – wie beispielsweise den Beyerdynamic Kopfhörer T90 auf Seite 9 in diesem Monatsbrief. Die Kollegen vom MAGNETN® wiederum haben sich entschieden, ihre Neodym-Haftmagnete nach Abverkauf der vorhandenen Bestände nicht weiter anzubieten.
Einzelentscheidungen.
Daraus wird deutlich: unsere Sortimentsentscheidungen sind Einzelfallentscheidungen und können zum selben Thema bei jedem Produkt anders ausfallen. Grundsätzlich ist nur die Entscheidung, in aller Regel keine grundsätzlichen Entscheidungen zu treffen. Wir positionieren uns nicht generell gegen die Anwendung von Neodym, sondern entscheiden uns gegen die nicht notwendige und ersetzbare Verwendung als Büro-, Kühlschrank- oder Ziermagnet. Wenn durch Nedoym ein erheblicher qualitativer und vor allem funktionaler Vorteil erzielt wird (wie die brillante Wiedergabequalität des Beyerdynamic T90), der sich nicht durch andere Materialien erzielen läßt, nehmen wir negative Aspekte im Einzelfall in Kauf. Mit unseren Herstellern sind wir das Thema angegangen, um zukünftig im klaren darüber zu sein, aus welchen Quellen das von ihnen verwendete Neodym stammt, und sie anzutreiben, sich weiter mit dem Thema zu befassen. Das ist komplizierter und weniger plakativ, als zu verkünden: Neodym kommt uns nicht mehr ins Haus. Aber der Sache werden wir unserer Auffassung nach nur so gerecht. Was meinen Sie?
Stellungnahme zum Thema Neodym-Magnete
Immer wieder sind wir von der Genauigkeit beeindruckt, mit der unsere Kunden unsere Kataloge und Hausnachrichten studieren. Gleich mehrere Hinweise bekamen wir jetzt zum Thema Neodym-Magnete, zu denen wir in den Hausnachrichten unsere Entscheidung dargelegt hatten, sie zukünftig wegen der bedenklichen Umstände ihrer Produktion nicht mehr in unserem Sortiment zu führen. Die Kunden wiesen uns zu Recht darauf hin, daß bei MAGNETN® weiterhin Neodym-Magnete im Angebot zu finden sind – und das sogar im Katalog von Manufactum.
Dazu ist Folgendes zu sagen: MAGNETN® und Manufactum verbindet eine langjährige freundschaftliche Beziehung und ein regelmäßiger Austausch. Dennoch sind und bleiben es zwei Unternehmen, die räumlich wie inhaltlich weitgehend unabhängig voneinander – und damit auch unterschiedlich – agieren. Der Umstand, daß trotz unserer Entscheidung MAGNETN® nach wie vor Neodym-Magnete anbot, spiegelt dies wider. Die Diskussion um das Thema Neodym hatte im Vorfeld die Unternehmensgrenzen nicht übersprungen.
Dies haben wir nun nachgeholt: MAGNETN® hat sich nun unserer Haltung angeschlossen und wird die Magnete ebenfalls aus dem Sortiment nehmen. Sobald der Lagerbestand abverkauft ist (die Crux liegt ja in der Produktion und nicht im Gebrauch), ist – wie bei Manufactum auch – beim MAGNETN® Schluß mit Neodym.