

97% des Neodyms werden in China abgebaut. Die Hälfte der in China abgebauten Seltenen Erden kommen aus der Mine Bayan Obo (mongolisch für wunderbarer Berg) in der inneren Mongolei. Auch gibt es derzeit noch viele illegale Abbaustätten.
Nach Recherchen von "Menschen und Schlagzeilen/NDR" im nordchinesischen Baotou ist die Umgebung rund um die Fabriken, die das Neodym vom Erz trennen, verseucht.
Die Brunnen der Region sind kontaminiert und können weder zur Trinkwassergewinnung noch für die Landwirtschaft eingesetzt werden. Die Krankheitsund Krebsrate sowie die Sterblichkeit in den umgebenden Gebieten ist signifikanterhöht .
Die Abfallstoffe des Aufbereitungsprozesses wie zum Beispiel giftige Chemikalien werden einfach in riesigen künstlichen Auffangbecken, dem „See der Seltenen Erden“ gesammelt. In den vergangenen Jahren haben sich dort 150 Millionen Tonnen Abraum mit giftigen Stoffen angesammelt. Darunter sind 90.000 t mit radioaktivem Thorium.
Uran und Thorium treten in Gesellschaft mit Neodym auf, so dass bei der Aufbereitung nicht nur giftige Substanzen, sondern auch radioaktive Substanzen entstehen. Auf diese Weise werden Uran und Thorium bei dem Aufbereitungsprozess von Neodym freigesetzt und kommen in den Wasser- und in den Luftpfad.
Dies bekommen die Anwohner rund um das Gebiet des „Sees der Seltenen Erden“ zu spüren. Seit 2006 sind zum Beispiel in dem kleinen Dorf Dalahai 11 Menschen an Krebs gestorben.
Murphy&Spitz Research erhält mittlerweile Anfragen, ob von den Windkraftanlagen selbst (aufgrund des Neodyms) Radioaktivität ausgehe. Neodym selbst ist nicht radioaktiv, von Windkraftanlagen mit Neodym geht keine Radioaktivität aus. Die folgende Abbildung zeigt die vielfältigen Auswirkungen und Risiken beim Abbau und den Aufbereitungsprozessen von Seltenen Erden.
Die negativen Auswirkungen des Aufbereitungsprozesses auf Mensch und Umwelt sind erheblich, das Risiko und die Folgen eines Dammbruchs bei den Auffangbecken wären katastrophal.
Auch liegt der „See der Seltene Erden“ nur 12 km vom Stadtzentrum von Baotou und 10 km vom Gelben Fluss entfernt. Nicht zuletzt sind die Arbeitsbedingungen und die Sicherheit chinesischer Minen
berüchtigt, sie gelten mit denen in Kolumbien zu den gefährlichsten weltweit. Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen beim Abbau 97% des Neodyms werden in China abgebaut, wobei China nur einen weltweiten Anteil an den Reserven von 38% hat.
Bis in die 90er Jahre waren die USA noch die größten Produzenten mit der Mountain Pass Mine in Kalifornien (Firma Molycorp). Das Bergwerk wurde 2002 still gelegt, weil die Preise aufgrund des Angebots aus China eingebrochen waren. Die Preise für "Seltene Erden" waren um 75 Prozent gefallen. China hat lange Zeit mit Niedrigpreisen gearbeitet, was auch den nicht vorhandenen bzw. nicht vollzogenen Sicherheits- und Umweltstandards geschuldet war. Derzeit hat sich China eine marktbeherrschende Stellung aufgebaut. Die chinesische Regierung hat jedoch angekündigt, schärfere Umweltauflagen einzuführen und stärker gegen die illegalen Minen vorzugehen. Anfang Juni scheint es zu einer ersten Umsetzung dieser Absicht gekommen zu sein. Laut Berichten der Financial Times erhält der staatseigene Produzent (Baotou Steel Rare Earth) das Monopol für den Abbau und die Aufbereitung der Seltenen Erden. 35 lizenzierte Betriebe werden geschlossen und entschädigt, neun weitere nicht lizenzierte Betriebe sollen geschlossen und nicht entschädigt werden.
Seit 2010 sind die Preise für Seltene Erden steil angestiegen. Neben der steigenden Nachfrage liegt ein weiterer Grund darin, dass China die Exporte drastisch verringert hat. So hat China den Export 2010 um 40% reduziert. Weitere Reduzierungen sind angekündigt und haben zu Hamsterkäufen und weiteren Preissteigerungen geführt. Dies führt auch dazu, dass sich die Industriestaaten wieder unabhängiger von den chinesischen Exporten machen möchten. Man ist dabei, zum Beispiel die Mountain Pass Mine wieder zu aktivieren. Auch die Australische Mt.-Weld Mine wird derzeit reaktiviert. Sowohl der Mountain Pass Mine als auch der Mt. Weld Mine bescheinigt das Ökoinstitut akzeptable Umweltschutzsysteme.
Allerdings gibt es auch ein Vorhaben zum kombinierten Abbau von Seltenen Erden und Uran in Grönland. Es ist beabsichtigt, die giftigen Rückstände in einem natürlichen See zu speichern, was dann zu der Verfahrensweise in China keinen Unterschied macht Hier wird deutlich, dass zukünftig genau hingeschaut werden: nicht jeder Abbau von Seltenen Erden außerhalb von China ist unbedingt umweltfreundlicher.